EDI-Plattform modernisieren: Wie Standardisierung die Komplexität Ihrer B2B-Integration reduziert

Gewachsene EDI-Landschaften funktionieren oft zuverlässig, verursachen aber immer mehr Aufwand. Erfahren Sie am Beispiel der edding Gruppe, wie eine konsequente Standardisierung die Komplexität um über 90 Prozent reduziert und die Anbindung neuer Geschäftspartner deutlich vereinfacht.

Autor: Team aurebus

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Kategorie: Betrieb

5 Min. Lesezeit
Visualisierung einer EDI-Plattform-Modernisierung: Links ein komplexes Netzwerk mit vielen Verbindungen, rechts eine vereinfachte und standardisierte Integrationsstruktur mit deutlich weniger Entitäten.
Visualisierung einer EDI-Plattform-Modernisierung: Links ein komplexes Netzwerk mit vielen Verbindungen, rechts eine vereinfachte und standardisierte Integrationsstruktur mit deutlich weniger Entitäten.

Eine EDI-Plattform wächst mit dem Unternehmen. Neue Kunden, zusätzliche Lieferanten, individuelle Anforderungen und kurzfristige Anpassungen führen dazu, dass die Integrationslandschaft mit der Zeit immer umfangreicher wird. Jede einzelne Erweiterung hat meist einen guten Grund. Über Jahre entsteht jedoch häufig eine Struktur, die zwar funktioniert, aber immer mehr Aufwand verursacht. 

Unterstützt die EDI-Plattform Ihre Geschäftsprozesse noch optimal oder ist sie inzwischen selbst zum Komplexitätsfaktor geworden?

Woran erkennen Sie eine zu komplexe EDI-Landschaft?

Viele Unternehmen stellen ähnliche Herausforderungen fest:

  • Der Pflegeaufwand steigt mit jedem neuen Geschäftspartner.
  • Für neue Partneranbindungen müssen regelmäßig neue Entitäten oder Objekte angelegt werden.
  • Es existieren individuelle Sonderprozesse, die nur wenige Mitarbeitende verstehen.
  • Änderungen und Erweiterungen dauern länger als erforderlich.
  • Neue Anforderungen lassen sich nur mit hohem Test- und Abstimmungsaufwand umsetzen.

Treten mehrere dieser Punkte auf, lohnt sich ein Blick auf die bestehende Integrationsarchitektur.

Praxisbeispiel: Standardisierung der EDI-Plattform bei der edding Gruppe

Die edding Gruppe mit ihren Marken edding, Legamaster und PLAYROOM betreibt eine international genutzte B2B-Integrationslandschaft auf Basis von SEEBURGER BIS.

Über die Jahre war die Anzahl der Entitäten auf mehrere Hundert angewachsen. Zusätzlich entstanden individuelle Sonderprozesse für unterschiedliche Geschäftspartner und Anforderungen.

Die Folgen:

  • hoher manueller Pflegeaufwand
  • zunehmende Komplexität
  • aufwändige Partneranbindungen
  • steigender Aufwand bei Wartung und Weiterentwicklung

Das Ziel war daher klar definiert:

Eine standardisierte und langfristig wartbare B2B-Integrationsplattform schaffen (-> Referenz lesen).

 

Edding Referenz
Edding Referenz
Edding Referenz
Edding Referenz

So wurde die EDI-Plattform standardisiert

Die Modernisierung erfolgte in mehreren Schritten.

1. Bestehende Integrationsprozesse analysieren

Zuerst wurden sämtliche B2B-Prozesse und vorhandenen Strukturen bewertet.

Dabei wurde untersucht:

  • Welche Prozesse werden tatsächlich benötigt?
  • Welche Objekte sind doppelt vorhanden?
  • Wo existieren unnötige Sonderlösungen?
  • Welche Funktionen kann der Standard bereits abdecken?

2. Standard vor Individualisierung

Individuelle Entwicklungen wurden überall dort reduziert, wo die SEEBURGER-Standardfunktionen dieselben Anforderungen erfüllen konnten.

Dadurch entstand eine deutlich konsistentere Systemarchitektur.

3. Reduzierung von Entitäten und Sonderstrukturen

Ähnliche Prozesse wurden zusammengeführt.

Doppelte oder historisch gewachsene Strukturen konnten geordnet zurückgebaut werden. Das senkte die technische Komplexität erheblich.

4. Nachhaltige Architekturprinzipien etablieren

Damit die Plattform langfristig übersichtlich bleibt, wurden verbindliche Regeln für neue Integrationen definiert.

Klare Standards verhindern, dass künftig erneut unnötige Komplexität entsteht.

Sicherer Umstieg durch automatisierte Tests und Monitoring

Bei der Umstellung einer produktiven EDI-Umgebung steht die Betriebssicherheit an erster Stelle.

Deshalb wurde die neue Struktur umfassend geprüft:

  • automatisierte Funktionstests
  • umfangreiche Massentests
  • Monitoring und Alerting
  • laufende Qualitätskontrollen

So konnten Risiken minimiert und die Stabilität der Integrationsprozesse sichergestellt werden.

Das Ergebnis: Über 90 % weniger Entitäten

Die Standardisierung brachte messbare Vorteile:

  • Reduzierung der Entitäten um über 90 %
  • deutlich geringerer Pflegeaufwand
  • bessere Wartbarkeit
  • höhere Transparenz
  • schnellere Anbindung neuer Geschäftspartner
  • effizientere Umsetzung neuer Anforderungen

Wie edding selbst berichtet:

„Die neue B2B Standardlösung hat unsere Integrationslandschaft deutlich vereinfacht. Die starke Reduktion der Komplexität, die klaren Strukturen und die bessere Wartbarkeit sorgen dafür, dass wir heute schneller reagieren und neue Anforderungen effizienter umsetzen können.“

Ist Ihre EDI-Plattform noch zukunftsfähig?

Wenn Sie die Leistungsfähigkeit Ihrer EDI-Integration bewerten möchten, helfen drei einfache Fragen:

  1. Wie viele Sonderlösungen existieren in Ihrer Integrationslandschaft?
  2. Wie lange dauert die Anbindung eines neuen Geschäftspartners?
  3. Wie viele Personen können die Plattform zuverlässig betreuen und weiterentwickeln?

Die Antworten zeigen oft schnell, ob die bestehende EDI-Plattform noch mit Ihrem Unternehmen mitwächst oder bereits zum Bremsfaktor geworden ist.

Fazit

Eine gewachsene EDI-Landschaft ist kein Problem. Kritisch wird es erst, wenn steigende Komplexität die Weiterentwicklung verlangsamt und Ressourcen bindet.

Durch die Standardisierung von Prozessen, die Reduzierung individueller Sonderlösungen und klare Architekturprinzipien lassen sich Wartungsaufwand und Kosten nachhaltig senken.

Unternehmen schaffen damit die Grundlage für eine skalierbare, stabile und zukunftssichere B2B-Integration.

Team aurebus

The aurebus consulting team brings together senior consultants with over 20 years of project experience in B2B integration, EDI, and cloud migration based on the SEEBURGER Business Integration Suite. From migrations and implementations to ongoing operations – we have seen and solved most challenges in this field. Our projects take us regularly across the DACH region and worldwide.

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